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 Leseprobe

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Wrath
Admins
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Anzahl der Beiträge : 1848
Anmeldedatum : 14.06.11
Alter : 37

Euer Chara
Partner: Beth
Gattung: Vampir (reinrassig)
Job:

BeitragThema: Leseprobe   Sa Sep 17, 2011 8:54 pm

Rehvenges Mutter trat um elf Uhr elf vormittags in den
Schleier ein.
Sie war umgeben von ihrem Sohn, ihrer Tochter, ihrer schlafenden Enkelin und ihrem Schwiegersohn und
wurde von ihrer geliebten Dog­gen umsorgt. Es war ein guter Tod. Ein sehr guter Tod. Sie schloss die Augen, und
eine Stunde später keuchte sie zweimal und stieß langsam
den Atem aus, als seufzte ihr Körper erleichtert, als ihre
Seele sich von den Fesseln des Fleisches löste. Und es war
seltsam … genau in diesem Moment wachte Nalla auf und
blickte nicht auf ihre Granh­men, sondern auf einen Punkt
über dem Bett. Ihre kleinen Patschehändchen langten in
die Luft, und sie lächelte und gurrte, als hätte ihr jemand
die Wange gestreichelt.
Rehv starrte auf den Körper hinab. Seine Mutter hatte
immer geglaubt, dass sie im Schleier wiedergeboren werden würde, die Wurzeln ihres Glaubens reichten tief in
ihre Kindheit bei den Auserwählten zurück. Er hoffte, es
stimmte. Er wollte glauben, dass sie irgendwo weiterlebte.
Es war das einzige, was den Schmerz in seiner Brust auch
nur annähernd lindern konnte.
Als die Dog­gen leise anfing zu weinen, umarmte Bella
ihre Tochter und Zsadist. Rehv hielt sich abseits, er saß allein am Fuß des Bettes und sah zu, wie die Farbe aus dem
Gesicht seiner Mutter schwand.
Als sich ein Kribbeln in seinen Händen und Füßen ausbreitete, wurde er daran erinnert, dass ihn das Vermächtnis seines Vaters ebenso stetig begleitete wie das seiner
Mutter.
Er stand auf, verbeugte sich vor ihnen allen, und entschuldigte sich. Im Bad, das an das Zimmer angrenzte, das
er immer benutzte, blickte er unter das Waschbecken und
dankte der Jungfrau der Schrift, dass er klug genug gewesen war, ein paar Ampullen Dopamin hier zu deponieren.
Er schaltete die Wärmelampe an der Decke an, zog den Zobelmantel aus und streifte das Gu­cci-Jackett von den Schultern. Als ihm das rötliche Leuchten von oben einen höllischen Schrecken einjagte, weil er dachte, der Schock des
Todes brächte seine dunkle Seite zum Vorschein, schaltete
er das Ding wieder aus, stellte die Dusche an und wartete,
bis Dampf aufstieg, bevor er fortfuhr.
Er schluckte zwei weitere Penicillin-Tabletten und tappte
ungeduldig mit dem Schuh auf den Boden.
Schließlich riss er sich zusammen und rollte den Hemds-
ärmel hoch, wobei er es vermied, sein Spiegelbild anzusehen. Dann zog er eine Spritze auf, nahm seinen Lou­is
Vuit­ton-Gürtel, schlang ihn um seinen Bizeps, zurrte das
schwarze Lederende fest und presste den Arm an die Rippen.
Er stieß die Nadel in eine seiner entzündeten Venen,
drückte den Kolben herunter …
»Was machst du da?«
Als er die Stimme seiner Schwester hörte, riss er den
Kopf herum. Im Spiegel starrte sie die Nadel in seinem
Arm und die geröteten, entzündeten Adern an.
Sein erster Impuls war, sie anzufahren, bloß zu verschwinden. Er wollte nicht, dass sie das sah, und nicht nur,
weil es weitere Lügen nach sich zog. Das hier war privat.
Stattdessen zog er die Spritze ruhig wieder heraus,
steckte eine Kappe auf die Nadel und warf sie weg. Während die Dusche zischte, rollte er den Ärmel herunter,
dann zog er Jackett und Mantel wieder an.
Er stellte das Wasser ab.
»Diabetes«, erklärte er. Verflucht, er hatte Ehlena erzählt, er habe Parkinson. Verdammt.
Andrerseits würden sich die beiden sicher nicht in näherer Zukunft begegnen.
Bella hob erschrocken die Hand an den Mund. »Seit
wann? Geht es dir gut?«
»Es ist in Ordnung.« Er rang sich ein Lächeln ab. »Bei
dir alles okay?«
»Warte, seit wann hast du das?«
»Ich spritze jetzt seit zwei Jahren.« Zumindest das war
nicht gelogen. »Ich bin regelmäßig bei Havers.« Ding! Ding!
Schon wieder die Wahrheit. »Ich habe es gut im Griff.«
Bella blickte auf seinen Arm. »Ist dir deshalb immer so
kalt?«
»Schlechte Durchblutung. Deswegen brauche ich auch
den Stock. Mein Gleichgewichtssinn ist gestört.«
»Hattest du nicht gesagt, du bräuchtest ihn wegen einer
Verletzung?«
»Der Diabetes verzögert die Heilung.«
»Ach so.« Sie nickte traurig. »Ich wünschte, ich hätte es
gewusst.«
Als sie mit ihren blauen Augen zu ihm aufsah, verabscheute er die Lügen, die er ihr erzählte, aber dann dachte
er an das friedliche Gesicht seiner Mutter.
Rehv legte den Arm um seine Schwester und führte sie
aus dem Bad. »Es ist keine große Sache. Ich behandle es.«
Im Schlafzimmer war es kälter, aber das merkte er nur
daran, dass Bella die Arme um sich schlang und die Schultern hochzog.
»Wann sollen wir die Zeremonie abhalten?«, fragte sie.
»Ich rufe in der Klinik an und bitte Havers zum Einbruch der Nacht herzukommen, um sie einzuwickeln.
Dann müssen wir entscheiden, wo wir sie begraben.«
»Auf dem Gelände der Bruderschaft. Dort möchte ich
sie begraben.«
»Wenn Wrath die Dog­gen und mich dabei sein lässt, ist es
in Ordnung.«
»Das wird er sicher. Z telefoniert gerade mit dem Kö-
nig.«
»Ich glaube, es gibt nicht mehr viele Angehörige der
Glym­era in der Stadt, die sich verabschieden wollen.«
»Ich hole ihr Adressbuch von unten und entwerfe eine
Anzeige.«
So eine nüchterne, praktische Unterhaltung, die zeigte,
dass der Tod tatsächlich Teil des Lebens war.
Als Bella ein leiser Schluchzer entfuhr, zog Rehv sie an
sich. »Komm her, Schwesterchen.«
Als sie zusammen standen, ihr Kopf an seiner Brust,
dachte er an die unzähligen Male, bei denen er sie vor der
Welt hatte bewahren wollen. Doch das Leben war einfach
trotzdem geschehen.
Himmel, als sie klein gewesen war, vor ihrer Transition,
war er sich so sicher gewesen, dass er sie beschützen und
sich um sie kümmern konnte. Wenn sie Hunger hatte,
sorgte er für Essen. Wenn sie Kleidung brauchte, kaufte
er welche. Wenn sie nicht schlafen konnte, blieb er bei
ihr, bis sich ihre Augen schlossen. Aber jetzt war sie erwachsen,
und ihn beschlich das Gefühl, dass ihm nur noch ....

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